Beiträge


Hier werden eure Beiträge veröffentlicht. Wenn ihr selbst Gedichte oder Texte (egal
ob humorvoll oder ernst und in welcher Sprache auch immer) schreibt, könnt ihr mir etwas
davon über das Kontaktformular zukommen lassen. Euer Werk wird dann
eventuell bald hier vorzufinden sein....

Die in eckigen Klammern dargestellten Gedicht-Titel sind von mir erdacht und

hinzugefügt worden.

06 | [Vater] (von Lara Dickmann aus Essen)

Ich sitze im Zug neben einer lächelnden Frau
Draußen jedoch ist die Welt nur trist und grau
Sie hält im Arm ihr kleines Kind
Und würde ihr Leben geben, draußen im Wind
Lange schon hat es keinen Sonnenstrahl gegeben
Da wo sie her kommt, kämpfte sie um ihr Leben
Da wo sie jetzt ist, beruhigt sich ihr schmerzendes Herz,
Zündet für jeden verstorbenen Freund eine Kerz(e),
Irgendwann wird sie zurückkehren in ihr altes Leben,
Mit Hoffnung wird sie nach neuem Glück streben
Mit funkelnden Augen wird das Kind dann nach seinem Vater fragen,
Und dann nach einigen Tagen wird die Mutter mit Tränen in den Augen sagen:
"Das erzähl ich dir jetzt knapp
Im Kampf für uns gefallen, schaut er nun als Engel auf dich herab"


05 | Ich fand Liebe (von einer anonymen Autorin)

Auch wenn ich alles verlor,
träumt' ich zuvor
immer vom Leben im Glück.
Ich denk nicht gern zurück.
Meines Herzens Fotographie,
begegnete ich dir nur nie.
Wie schön du bist,
wie's keine andre Seele ist.
So wie ich dein Abbild seh',
tut es weh.
Du lächelst mir zu,
ich find' keine Ruh.
Und wie ich wusst',
dass ich dich endlich finden muss.
Denn ich frier
nie mehr mit dir.
Ohne dich
fürcht' ich mich.
Könnt' ich nur für immer bei dir sein.
Jeder Moment ist doch zu klein,
gegen die Ewigkeit
ist sie wohl befreit,
meine Seele,
die sich je so quälte.

Da ich Liebe fand,
als hätt' ich sie längst gekannt.


04 | [Schicksal] (von Benedicta Knoblauch aus Tübingen)

Das Blümlein dort am Straßenrand,
das an der grauen Betonwand
im Schatten einer Tonne stand,
gedieh gar fein, trotz Staub und Sand -
bis eine Kuh Geschmack dran fand.


03 | Der Lehrer (von Florian Boss aus Minden)

Er sagt, ich muss schreiben

ein Gedicht.
Doch in der Eile
reimt es sich nicht.
Erdrückt von Zwängen
ist die Phantasie.
Ich frage mich im Stillen:
Ist das noch Poesie?

02 | Die Menschheit beutet Tiere aus, um damit Geld zu verdienen (von Maximilian Boss aus Minden)


Auf 'nem Baum sitzt der Koala
und er weiss nichts von dem Maler,
der grad mit 'nem Block und Stift
ihn malt, das Ganze dann verschifft
in ein fernes, fremdes Land,
wo er als Künstler ist bekannt.

01 | [Durch sein Fenster] (von Frauke Jäckel aus Minden)


Durch sein Fenster
sieht er
die Zwillinge
von nebenan.
Sie springen
und hüpfen über ein Seil.

Durch sein Fenster

sieht er
den Jungen von nebenan.
Er humpelt
und geht sehr langsam an seinem Stock.

Er kann nicht springen.
Kann nicht rennen
und nicht mal humpeln.

Aber er liebt.

Das Mädchen am Fenster
gegenüber.